Bericht Saisonauftakt Schönau am Königssee, 7.5.2017

Eine Woche ist nach dem leider abgesagten Saisonauftakt 2017 vergangen, da stellte das Wetter beim Slalom des MSC Schönau am Königssee hohe Anforderungen an die Teilnehmer. Eine feuchte, aber abtrocknende Strecke in der Früh, etwas Regen um die Mittagszeit und wieder längere trockene Abschnitte gegen Ende des Renntages forderten den Fahrern alles bezüglich Reifenwahl und Fahrstil ab. Trotzdem bekamen die Zuschauer von einem Rekordstarterfeld von 123 Genannten aus Bayern, Salzburg, Oberösterreich, Tirol, Kärnten und Niederösterreich großartige Fahrleistungen geboten. Die vierte Auflage des Rennens am Königsseeparkplatz verlief problemlos, wir dürfen den Veranstaltern dazu herzlich gratulieren!

Unter Abwesenheit des amtierenden Landesmeisters wurden die Karten in Klasse I neu gemischt, am gewohnt starken Peter Zlöbl auf VW Polo 16V führte diesmal kein Weg vorbei. Fast zweieinhalb Sekunden Vorsprung brachte er zwischen sich und den Zweitplatzierten, Johannes Freimoser auf Fiat Panda 100HP. Mit Michael Aigner stand ein weiterer Polo-Privatpilot auf Platz drei, für ihn war es der erste Stockerlplatz in seiner SLM-Karriere.

Das breite Starterfeld der Klasse II hat sich 2017 auch nicht geändert, 26 Piloten sorgten für eine knappe Klassenentscheidung. Im Vorjahr musste sich Christoph Furtner vom MSC Schlößl in Schönau noch relativ deutlich Fritz Kreiseder geschlagen geben, 2017 beginnt für ihn mit einem Klassensieg. Klubkollege Florian Njivar lag bis zum letzten Wertungslauf noch in Führung, konnte die Laufzeit aber nicht nochmal signifikant verbessern und landete mit 34 Hundertstelsekunden Rückstand auf dem zweiten Platz. Weitere 14 Hundertstelsekunden später kam Florian Aigner auf VW Lupo GTI ins Ziel, nach konstanten Leistungen 2016 durfte er sich über seinen ersten Pokal bei einem Einzelrennen der SLM freuen.

Die trockensten Streckenverhältnisse der Division I hatte die Klasse III unter den Rädern - bis der Regen zu Beginn des zweiten Wertungslaufes kam. Mit Tagesbestzeit in Division I zeigte Erwin Plattner vom MSC Lochen, dass der Klassensieg auch in diesem Jahr nur über ihn und seinen VW Golf II GTI laufen wird. Einen schon deutlichen Rückstand von über einer Sekunde brachte Sigi Panzl vom HC Motorsport ins Ziel, das hieß Platz zwei für ihn und seinen Honda Integra Type R. Josef Schober (MSC Lochen) stellte seinen VW Golf II GTI mit etwas weniger als einer weiteren Sekunde Rückstand auf Rang drei.

Spärlich besetzt mit 5 Startern war die Klasse IVa. Harry Zwerschina vom Drift Team Pongau musste seinen BMW M3 wegen eines technischen Gebrechens in der Woche davor durch einen BMW 323i ersetzen, konnte aber mit nahezu perfekter Fahrzeugbeherrschung auf dem nassen Untergrund die zwei schnellsten, fehlerfreien Zeiten in die Wertung bringen und sich den Klassensieg sichern. Dahinter holten sich Ulla Petermichl und Reinhard Walkner vom HC Motorsport die Ränge zwei und drei auf Honda Prelude VTi.

Einen in unseren Breiten selten anzutreffenden Mitsubishi Evo Wagon brachte Stefan Promok in Klasse IVb an den Start, er nützte als Doppelstarter die etwas trockeneren Bedingungen um die beiden schnellsten Läufe der Klasse anzuschreiben. Helmut Thalmayr vom MSC Schlößl blieb auf etwas feuchterer Strecke mit mehr als zweieinhalb Sekunden Rückstand nur der zweite Platz. Nach Anfangsschwierigkeiten auf dem nassen Geläuf bekam Franz Linortner vom Drift Team Pongau seinen BMW M135i gut unter Kontrolle und belegte mit einer knappen weiteren Sekunde Rückstand Rang drei.

Die Klasse V beschert uns neben dem Abwesenden Gerhard Taxacher vom MSC Gasteig auch zwei namhafte Rückkehrer - Gerald Strasser und Robert Auer (beide MSC Schlößl). Der Klassensieger heißt aber wie im letzten Jahr Hans Thalmayr, der mit seinem Puch TR II fast dreieinhalb Sekunden Vorsprung herausfahren konnte. Der Kärntner Christian Glantschnig lieferte zwei solide Läufe ab, Platz zwei war der Lohn. Der Motor des VW Corrado von Gerald Strasser wurde die letzten fast eineinhalb Jahre komplett neu aufgebaut und die Steuerung neu abgestimmt, sein erstes Antreten im Rahmen der SLM seitdem beendete er auf Rang drei.

Komplett dominiert wurde die Klasse VI vom MSC Schlößl, um den Sieg lieferten sich Landesmeister Michael Strasser und sein älterer Bruder Norbert jun. ein packendes Duell. Schneller auf Touren kam Michael, der seinen Toyota Corolla um über eine halbe Sekunde früher ins Ziel brachte. Druck auf die beiden Vereinskollegen übte Markus Bertl auf Honda CRX aus, er ließ sich etwa eine Sekunde mehr Zeit, durfte sich aber über Rang drei freuen.

Spannend bis zum letzten Lauf ging es in Klasse VII zu, Lokalmatador Christian Irlinger auf Opel Kadett C 8V legte eine tolle Zeit vor, die von Nicolas Reiter auf Ford Escort nicht mehr unterboten werden konnte. 18 Hunderstelsekunden entschieden über Rang drei und vier, das bessere Ende hatte Daniel Gehrke auf VW Golf II.

Eine Bank beim Rennen am Königssee ist seit Anbeginn die Familie Winter, der Erfolgslauf ging auch 2017 weiter. Georg Winter sen. dominierte mit herausragender Fahrzeugbeherrschung überlegen die Klasse VIII, Patrick Huemer auf Platz zwei konnte als Doppelstarter die trockenere Strecke zu seinem Vorteil und schnellen Wertungszeiten nutzen. Matthias Arbeiter vom MSC Flachgau ließ den Audi 90 Quattro ordentlich fliegen, ihm fehlten als Drittplatziertem nur 21 Hunderstelsekunden auf den zweiten Platz.

Konstant schnell bewegte Walter Bliem vom Drift Team Pongau seinen BMW M3 (E30) durch den Kurs, er konnte sich mit 6 Zehntelsekunden Vorsprung den Sieg sichern. Alte Bekannte fanden wir auf den Rängen zwei und drei, Siegfried Häusler von der SFG Trostberg fand mit seinem grün-grünen VW Käfer eine um drei Zehntelsekunden schnellere Linie als Stefan Huetz vom ARBÖ Fieberbrunn mit seinem grünen Mini.

Der Premierensieg in der Damenwertung für Ulla Petermichl und der zweite Platz für Vereinskollegin Katharina Strasser ließ den HC Motorsport jubeln, Lisa Holzer vom MSC Gastein nahm nach ihrem Umstieg in die Klasse III den Pokal für den dritten Platz mit nach Hause. Sehr für die fahrerischen Qualitäten unserer Damen spricht, dass die gefahrenen Gesamtzeiten der ersten 5 Damen innerhalb 73 Hundertstelsekunden liegen.

Dank Alois und Sibylle können wir die gesamte Veranstaltung in Bild und Bewegtbild Revue passieren lassen:
Galerie, Klasse I, Klasse II, Klasse III, Klasse IVa/IVb, Klasse V+VI, Klasse VII, Klasse VIII+IX
Vom Drift Team Pongau erhalten wir einige Einblicke, wie der Kurs aus der Fahrerperspektive aussah:
Harry Zwerschina (Klasse IVa), Herbert Perwein (Klasse VIII), Walter Bliem (Klasse IX)
Der Berchtesgadener Anzeiger hat der Veranstaltung einen Artikel aus deutscher Sicht gewidmet.