Saisonrückblick 2018

Selten drohte 2018 das Wetter den Einsatz von Regenreifen an, nur in Schlößl mussten die Teilnehmer bis in den Nachmittag hinein eine gefühlvolle Fahrweise im noch feuchten Waldabschnitt an den Tag legen.
Die Sonnenstrahlen lockten wieder mehr Motorsportler an die Slalom-Startlinien, das Rekordfeld von 139 Teilnehmer(inne)n konnte 2018 der MSC Lochen beim Bergslalom in Auerbach verbuchen. Zurück in den Rennkalender kam der Bergslalom in Mühlbach am Hochkönig, dafür war in Wagrain kein Platzslalom möglich. Ein Rennunfall überschattete leider den Platzslalom in Schönau am Königssee, die Veranstaltung musste kurz vor der Mittagspause abgebrochen und die bis dahin erreichten Wertungen gestrichen werden. Glücklicherweise konnten alle verletzten Personen in der Woche nach dem Unfall die Krankenhäuser verlassen.

2018 brachte den ersten Landesmeistertitel in der Division I für das Drift Team Pongau, herausgefahren von Willi Oberauer auf einem Dampfhammer von Auto, einem BMW 335xd. Selbst die kniffligen Platzslaloms waren für Willi und seinen 313 PS starken und gut 1900 kg schweren Familienkombi kein Problem, er gewann alle 7 Läufe in seiner Klasse IVa, durchwegs mit großem Vorsprung. Ausgerechnet das klassenübergreifend beste Ergebnis (drittschnellste Einzellaufzeit der gesamten Division I) beim Bergslalom Obertrum brachte Roland Wagner vom IMSC Ried ins Hintertreffen. Nur 4 Starter in seiner Klasse I bis 1400ccm sorgten für zu wenig Zusatzpunkte, sodass schon nach dem vorletzten Rennen die Meisterschaft entschieden war. Ein zweiter Platz beim Heimrennen reichte für den Suzuki-Swift-GTi-Piloten Wagner um mit seinen 5 Klassensiegen den Vizelandesmeistertitel zu fixieren. Um den dritten Platz in der Gesamtwertung entbrannte noch ein sehr spannender Kampf beim Saisonabschlussrennen. Der entthronte Landesmeister Peter Zlöbl vom MSC Lochen legte in Klasse I mit einem eindrucksvollen Sieg vor, Christian Forster vom MSC Mühlbach und Martin Preisenschuh vom MSC Schlößl lieferten sich in Klasse II ein Duell, bei dem am Ende nur 6 Hundertstelsekunden zwischen den Beiden lagen. Trotz knappem Platz zwei in Wildenau und ohne Klassensieg übers Jahr erkämpfte sich Peugeot-106-S16-Pilot Forster den Klassengesamtsieg und den dritten Platz in der Gesamtwertung, Peter Zlöbl stellte seinen VW Polo 16V auf den vierten Gesamtrang. Martin Preisenschuh überholte mit seinem dritten Klassensieg noch den Clubkollegen Christoph Furtner sowohl in der Klassengesamtwertung als auch in der Gesamtwertung, Citroën-Saxo-Pilot Furtner fand in Wildenau nicht zu seiner Form. Dennoch reichte es mit einem Saisonsieg für den dritten Platz in der Klasse II und den sechsten Gesamtrang. Wie eng es generell in der Klasse II bis 1600ccm zu ging unterstrich Helmut Strasser vom MSC Lochen, der ebenfalls einen Saisonsieg verbuchen und sich mit seinem Honda Civic VTi über den siebten Gesamtrang freuen durfte. In der letzten Saison hatte Helmut Thalmayr den Kampf um den achten Gesamtrang nicht gewinnen können, dieses Mal war ihm Dieser bei 4 Klassensiegen nicht zu nehmen. Ein Kuriosum lieferten er und Sohn Lucas Thalmayr in Mühlbach, Vater Helmut gewann die Klasse mit einer Hunderstelsekunde Vorsprung auf Sohn Lucas, der sicherte sich aber den Tagessieg der Division I mit zwei Hunderstelsekunden Vorsprung auf seinen Vater Helmut.

Der Gegenentwurf zum Landesmeisterauto in der Division I führte in Division II zur erfolgreichen Titelverteidigung von Hans Thalmayr, der Obmann des MSC Schlößl gewann 6 Läufe der Klasse V bis 1400ccm in seinem kompakten, ultraleichten Puch 650 TR II und konnte das letzte Rennen auslassen. Das Rennen in Schlößl brachte die Entscheidung, hier musste der bis dahin Führende Hannes Huemer mit dem von ihm eingesetzten und leistungsmäßig unterlegenen Opel Kadett C Coupe die Turbo-Konkurrenz in seiner Klasse VIII über 2000ccm ziehen lassen. Umso höher waren seine fahrerischen Leistungen bei den restlichen Rennen einzuschätzen, in 5 davon nahm er die Maximalpunktzahl mit und erreichte mit dem Vizelandesmeistertitel sein bestes Ergebnis in der Salzburger Landesmeisterschaft. Das akustisch präsenteste Fahrzeug brachte Gerald Strasser vom MSC Schlößl an den Start der offenen Klasse IX, er gewann mit seinem TracKing RC01B alle 7 Läufe, was aufgrund der geringeren Teilnehmerzahl in seiner Klasse für den dritten Gesamtrang der Division II sorgte. Drei Klassensiege brachten Nicolas Reiter vom MSC Flachgau den Gesamtklassensieg in seiner Klasse VII bis 2000ccm und den vierten Gesamtrang ein. Bei seinem Heimrennen lieferte er sich ein hartes Duell mit Norbert Wimmer, er verpasste den Klassensieg um eine Zehntelsekunde, durfte aber den Pokal für den Tagessieg der Division II mitnehmen. Einige Strafsekunden (Hutfehler) in der Wertung verhinderten bessere Ergebnisse für Michael Strasser in der Klasse VI bis 1600ccm, ihm blieb bei zwei Einzelsiegen der fünfte Platz in der Gesamtwertung. Den verbliebenen Rennsieg in Klasse VII holte sich Christian Irlinger vom MSC Schönau am Königssee, er reihte sich auf Platz 6 der Gesamtwertung ein. Stefan Hetzenauer war einige Male knapp am Klassensieg dran, 2018 klappte es nur einmal (beim Bergslalom in Mühlbach). Der Tiroler aus dem Bezirk Kitzbühel belegte den siebten Gesamtrang, direkt vor Patrick Huemer, der mit dem selben Auto wie sein Bruder und Vizelandesmeister Hannes Huemer unterwegs war.

Die alte Landesmeisterin ist auch die neue Landesmeisterin, soweit man bei Melanie Strasser vom HC-Motorsport von "alt" sprechen darf. Sie machte mit ihrem Honda CRX VTEC den dritten Titel in Folge perfekt, teilweise kratzte sie auch am Podium in ihrer sehr stark besetzten Klasse II. Ihren Vorsprung schöpfte sie aus 5 Saisonsiegen, deren zwei holte Lisa Holzer vom MSC Gastein. In der zweiten Saison mit ihrem Renault Clio Sport kletterte sie von Rang drei auf Rang zwei. Sie tauschte den Platz mit Ursula Petermichl, die sich 2018 den dritten Platz bei den Damen sicherte.

Obwohl es das Wetter 2018 sehr gut meinte wird uns diese Saison als aufregend und voller Prüfungen in Erinnerung bleiben. Wie es unser Cupleiter Stefan Kapeller bei der Gesamtsiegerehrung 2017 schon so schön ausdrückte, "Hobby-Motorsport lebt vom Enthusiasmus der Fahrer, Veranstalter und aller, die sonst etwas beitragen.", es sei an dieser Stelle nochmals ein herzliches Dankeschön an die Veranstalter, Teilnehmer, Zuschauer und alle, die durch ihr Zutun die SLM unterstützt haben, ausgesprochen!
Der diesjährig mehrfach beobachtete Trend bei manchen Fahrern, durch Rollwiderstandsminimierung aufgrund fahrdynamischer Maßnahmen zu schnelleren Zeiten zu kommen, darf durchaus kritisch betrachtet werden ;)
Wir wünschen allen Fahrern und Funktionären eine erholsame Winterpause und einen guten Start in die Saison 2019!